Alle wie viel Jahre gibt es eigentlich eine Sonnenfinsternis? Eine Frage, bei deren Antwort man leicht ins Schwimmen geraten kann. Denn irgendwohin in den Weltraum wirft der Mond immer seinen Schatten und verdeckt das Sonnenlicht. Doch nur, wenn der Schatten des Mondes auf ein Gebiet der Erde trifft, ist es eine Sonnenfinsternis. Befindet man sich im Kernschatten, so erlebt man die Sonnenfinsternis als total, also nichts mehr ist zu sehen von der Sonne.

So etwas gab es letztmalig in Deutschland 1999. Aber man musste für dieses Erlebnis schon ziemlich weit in den Süden reisen. In Chemnitz war auch diese Finsternis nur partiell. 2012 konnten wir auch am André-Gymnasium schon einmal eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Aber bei sehr schlechtem Wetter. Nur minutenweise ließen die Wolken mal den Blick auf die Sonne zu.

Ganz anders am 20. März 2015. Von Wetterbericht zu Wetterbericht verbesserten sich die Prognosen. Blauer Himmel war angesagt. Der Sonnenstand hoch über den umliegenden Häusern. Nichts stand einer Beobachtung der Sonnenfinsternis durch alle Schülerinnen und Schüler im Wege.

Gleich zu Anfang des Unterrichtstages begannen die Schülerinnen und Schüler des Physik-Leistungskurses mit dem Aufbau der Teleskope. Eines soll mit der Projektionsmethode das Bild der Sonne mit dem sich davor schiebenden Mond auf einem Schirm abbilden. Das können mehrere Schülerinnen und Schüler gleichzeitig anschauen.

Mit dem zweiten Teleskop kann das Schauspiel durch einen Filter zum sicheren Schutz der Augen direkt betrachtet werden. Schließlich wird das dritte Fernrohr dazu benutzt, durch einen Computer gesteuert, alle dreißig Sekunden ein Foto von der Finsternis aufzunehmen. So kann man hinterher einen Film von dem Ereignis als Zeitraffer-Aufnahme anfertigen.

Für den zweiten Block übernahmen einige Schüler der Astronomiekurse, die gerade eine Freistunde hatten die Betreuung der Technik und das schrittweise Herzuholen der Klassen nach einem Plan. 9.36 Uhr begann der Mond, sich vor die Sonne zu schieben. Klasse um Klasse kam, um zu schauen. Um den Zeitpunkt der maximalen Bedeckung der Sonne, ca. 10.40 Uhr hielt es manche der offensichtlich gut informierten Schüler nicht mehr in den Zimmern. Plan hin, Plan her. Auf dem Schulhof drängten sich zeitweise um die 150 Schülerinnen und Schüler. Dazu kamen noch einige Klassen der Oberen Luisenschule Grundschule, die sich freuten, unter der Betreuung durch die Großen das Astronomieereignis des Jahres 2015 und das Getümmel an unserer Schule zu erleben. Herr Preuß